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Neuigkeiten

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Feuerwehrübung im Pflegezentrum im Spitz

Ein Schreckensszenario, das hoffentlich niemals eintrifft, hat die Feuerwehr Kloten Ende Oktober im Pflegezentrum im Spitz geübt. 19 Personen, darunter Figurantinnen und Figuranten und sogar 10 Bewohnerinnen und Bewohner, stellten sich zur Verfügung. Sie wurden bei der Übung erfolgreich und teilweise spektakulär evakuiert.

Das geübte Szenario war ein längerer Stromausfall. Das Pflegezentrum im Spitz wurde evakuiert und die Figurantinnen und Figuranten wurden in ein anderes Gebäude transportiert. Alle, die mobil waren, konnten das Gebäude selber verlassen, gehbehinderte oder auf den Rollstuhl angewiesene Menschen wurden von der Feuerwehr unterstützt, weil die Lifte nicht mehr funktionierten.

Um einen Menschen im Rollstuhl die Treppe herunter zu tragen, braucht es mindestens drei starke Feuerwehrmänner. Wenn es ganz schnell gehen muss, trägt ein Feuerwehrmann die Person ohne Rollstuhl ins Freie – hauptsache überleben.
Ältere Menschen sind in der Regel nicht mehr so schnell zu Fuss unterwegs. „Das Wichtigste ist, dass man die Menschen ablenkt und zum Lachen bringt", sagt ein Feuerwehrmann. So geht alles leichter.

Eine Herausforderung für die Rettungskräfte sind enge Treppenhäuser. Dies war im Pflegezentrum Spitz nicht anders. Geschulte Feuerwehrleute, die in Stresssituationen angemessen und ruhig agieren, haben dafür gesorgt, das kurzzeitig entstandene "Chaos" im Rahmen zu halten.

Lagebesprechung
Den Gesamtüberblick hatte der Einsatzleiter. Er organisierte und koordinierte die Evakuation mit den verschiedenen Helfern und Einsatzkräften vor Ort. Von Vertretern des Pflegezentrums wurde die Einsatzleitung mit den Plänen des Gebäudes unterstützt. Räumliches Vorstellungsvermögen war gefragt, um die Lage so rasch wie möglich zu überblicken.

100 Personen im Einsatz
Vor Ort waren die Feuerwehr Kloten mit 7 Fahrzeugen, circa 60 Angehörige der Feuerwehr (AdF), die Alarmgruppe Samariterverein und der Rettungsdienst von Schutz und Rettung Zürich mit der Gross-raumambulanz und einem Rettungswagen. Zusammen mit zusätzlich aufgebotenen Mitarbeitenden des Pflegezentrums standen an diesem Abend insgesamt etwa 100 Personen im Einsatz. Bei der Rettungsübung im Pflegezentrum war Einfühlungsvermögen im Umgang mit den Bewohnerinnen und Bewohnern gefragt, da sie nicht so schnell reagieren können, teilweise nicht mobil sind, schlecht hören oder schlecht sehen. Die Pflegemitarbeitenden haben hierbei eine verantwortungsreiche Rolle: Sie müssen die Feuerwehrfrauen und –männer anweisen, worauf bei den einzelnen Bewohnern zu achten ist und wie die Handgriffe auszuführen sind, da die meisten im Umgang mit älteren Menschen Laien sind und allfällige Gebrechen nicht kennen.

Autodrehleiter
Mit einer Autodrehleiter (ADL), die notfalls bis zum 10. Stock reichen würde, wurde eine Figurantin mit Sauerstoffmaske in einer Schleifkorbtrage auf der Autodrehleiter befestigt. Behutsam wurde sie her-untergefahren und der Sanität übergeben.

Schwindelfrei
Ein Feuerwehrmann über den Dächern von Kloten. Schwindelfrei muss jede Feuerwehrfrau und jeder Feuerwehrmann sein.

Schleifkorbtrage
Eine Bewohnerin wurde mit der Schleifkorbtrage über den Balkon mittels Tiefenrettungsset gerettet. Alle Bewohnerinnen und Bewohner wurden erfolgreich evakuiert, mit der Grossraumambulanz zur ehemaligen Pflegestation Chasern gefahren, mit einem Bettmümpfeli verpflegt und wieder zurück gebracht.

Ein aufregender Abend ging für die Bewohnerinnen und Bewohner des Pflegezentrums im Spitz und die Nachbarn, die zugeschaut haben, zu Ende. Am Tag danach haben die Bewohnerinnen und Bewohner beim Frühstück über die letzte ungewohnte und aufregende Nacht diskutiert. Der Abend war ein besonderes Erlebnis. So durfte ein ehemaliger Flughafen-Feuerwehrmann die Feuerwehr wieder einmal in Aktion erleben. Auch kam es zu einigen witzigen Momenten. Eine Bewohnerin spielte ihre Rolle als bewusstlose Bewohnerin so gut, dass die Pflegemitarbeitenden zuerst leer schlucken mussten, als sie sie fanden. Gelacht wurde auch als die Helfer eine Bewohnerin vorbereiteten, um sie im Rollstuhl die Treppe hinunter zu tragen und sie beruhigen wollten. Sie müsse keine Angst haben, meinte eine Helferin. Darauf entgegnete die Bewohnerin selbstsicher: „Ihr habt wahrscheinlich mehr Angst als ich, weil ihr mich da heil runterbringen müsst!“

Die Feuerwehr Kloten dankt allen, die bei der Übung dabei waren und tatkräftig mitgeholfen haben. Sie hofft natürlich, dass der Ernstfall nie eintritt. Die Feuerwehr und die Beteiligten des Pflegezentrums im Spitz sind sich sicher, dass sie bei einem Einsatz auf einige Erfahrungen dieser Übung zurückgreifen und ruhiger handeln werden.
Feuerwehr Übung
 

Datum der Neuigkeit 24. Nov. 2016