Die Stadt Kloten steht aufgrund des demografischen Wandels vor bedeutenden Herausforderungen. Die Bevölkerung wächst, und der Anteil älterer Menschen nimmt kontinuierlich zu. Viele aktuelle und künftige Seniorinnen und Senioren wollen so lange wie möglich selbstständig leben - bevorzugt im Stadtzentrum, wo Einkaufsmöglichkeiten, Gesundheitsdienste, ÖV-Anschlüsse und soziale Kontakte in unmittelbarer Nähe sind. Gleichzeitig bestehen in Kloten zu wenige altersgerechte, bezahlbare und barrierefreie Wohnungen, auch mit den Wohnungen im Chasern bis 2030.
Mehrere Indikatoren - darunter die Einschätzung der Gesundheitsdirektion des Kantons Zürich - bestätigen den steigenden Bedarf an Alterswohnungen und Pflegeangeboten. Die Stadt besitzt zudem zentrale Grundstücke, die sich für eine solche Nutzung eignen würden, insbesondere aber nicht ausschliesslich die Parzellen 82 und 2562 an der Gerbegasse/Kalchengasse (,,Höchhus"). Für diese Parzellen gab es vor einigen Jahren vom Architekten Albert Hotz bereits ein solches Projekt, das bestimmt noch im Archiv zu finden ist.
Um die zukünftige Versorgung sicherzustellen, muss heute gehandelt werden.
Die Ausführungen von Stadtrat Kurt Hottinger im Klotener Anzeiger vom 18.12.2025 waren aufschlussreich. Dennoch möchten wir mit den nachfolgenden ergänzenden Fragen klären, welche zusätzlichen Planungen der Stadtrat per sofort und in naher Zukunft verfolgt und wie die Stadt rechtzeitig die Infrastruktur schafft, die die ältere Bevölkerung in den kommenden Jahren benötigt.
- Welche konkreten Unterstützungs- und Betreuungsangebote sind im Projekt «Chasernr» für die Alterswohnungen vorgesehen (z.B. Betreuung, Notruf, Beratung, Dienstleistungen)?
- Sind diese Angebote direkt im Quartier Chasern angesiedelt, sodass sie kuz, sicher und selbstständig erreichbar sind?
- Welche quartierbezogenen Infrastrukturen (z.B. Einkaufsmöglichkeiten, Café, Gemeinschaftsräume, KITA/Kindergarten) sind innerhalb oder im unmittelbaren Umfeld der Überbauung geplant?
- Sieht der Stadtrat Chancen in einer bewussten Durchmischung (z. B, Wohnen für Lehrlinge, Studierende mit älteren Menschen) in solchen Anlagen, um soziale Vielfalt und Belebung zu fördern?
- Wie wird im Projekt Chasern verbindlich und langfristig sichergestellt, dass eine soziale und altersbezogene Durchmischung tatsächlich nachhaltig stattfindet und nicht nur konzeptionell vorgesehen ist?
- Sind beim geplanten altersgerechten und barrierefreien Wohnraum in der Stadtmitte, insbesondere auf den Parzellen 82 und 2562, Kombinationen aus Alterswohnungen, Wohnen Plus und Pflegeangeboten im selben Gebäude oder Areal vorgesehen?
- Wie berücksichtigt die Stadt die zentrale Bedeutung der Stadtmitte für ältere Menschen bei der räumlichen und funktionalen Planung von Wohnen, Betreuung und Pflege?
- Bis wann ist mit einer Machbarkeitsstudie oder einer ersten Konzeptphase zu rechnen?
- Wie beeinflusst die kantonale Pflegebettenplanung die strategischen Absichten und Handlungsspielräume der Stadt Kloten im Bereich Pflege und Alter?
- Wie sieht der konkrete zeitliche Ablauf für die Planung, den Bau und die Inbetriebnahme zusätzlicher Angebote im Bereich des altersgerechten Wohnraums «Wohnen Plus» in Kloten aus?
- Weshalb sind in Kloten bislang keine Angebote von spezialisierten Anbietern (z.B. Tertianum, Oase oder vergleichbare Modelle) vorhanden, und prüft der Stadtrat entsprechende Kooperationen und/oder sind ähnliche Projekte bereits vorgesehen?
Schlussbemerkung
Die Herausforderungen des demografischen Wandels betreffen alle Generationen und fordern eine klare, vorausschauende Planung. Die Stadt Kloten hat in den letzten Jahren zu Recht stark in Bildungs- und Sportinfrastruktur investiert. Jetzt ist es zentral, dass auch die ältere Bevölkerung langfristig Wohn- und Betreuungssicherheit erhält - möglichst im Zentrum, erreichbar, bezahlbar und gut in das soziale Leben der Stadt eingebettet.
Mit dieser Interpellation soll der Stadtrat aufzeigen, wie er die notwendigen Schritte zur Sicherstellung von Wohn- und Betreuungssicherheit im Zentrum von Kloten plant und priorisiert.
Besten Dank für die fristgerechte Beantwortung meiner Fragen