Thomas Schneider (SVP) und Mitunterzeichnende haben am 04.03.2026 die folgende Interpellation eingereicht:
Sicherheit beginnt nicht erst auf der Strasse, sondern im Schulzimmer, Wenn Kinder sich nicht mehr sicher fühlen, wenn Lehrpersonen allein gelassen werden oder wenn problematische Gruppendynamiken geduldet werden, ist das ein Führungsproblem.
Die Schule hat einen klaren Auftrag: Bildung, Integration und Durchsetzung verbindlicher Regeln. Parallelstrukturen, Einschüchterung oder Wegschauen dürfen keinen Platz haben. Gerade in einer wachsenden Stadt wie Kloten müssen wir konsequent hinschauen und handeln.
Aus eigener Erfahrung und dem Input diverser Eltern aus verschiedenen Schuleinheiten scheint es hier ein Thema mit dem System der Schule zu geben. Die Befehlskette Lehrer - Schulleiter - Ober-Schulleiter - Bereichsleiter - Schulpräsident ist an das Gesetz der Volksschule gebunden. Es gibt keine Stelle oder Funktion, die hart, konsequent und auch wirklich nachhaltig durchgreifen kann. Offenbar ist selbst die Lehrerschaft mit gewissen aktuellen und gesellschaftlichen Themen überfordert, Die Ansprechstellen sind nicht klar und im Falle der passiven Gewalt an Schulen massiv überfordert.
Mit dieser Interpellation geht es nicht um parteipolitische Polemik, sondern um Transparenz, Verantwortung und den Schutz unserer Kinder.
Daher stelle ich dem Stadtrat folgende Fragen:
- Wie viele gemeldete Mobbingfälle wurden in den letzten fünf Jahren an der Schule Kloten erfasst (aufgeschlüsselt nach Schulstufe und Schulhaus)?
- Welche verbindlichen Richtlinien und Interventionskonzepte bestehen aktuell in Kloten zur Prävention und Bekämpfung von Mobbing sowie von systematischer Gruppen- oder Clanbildung unter Schülerinnen und Schülern?
- Existiert eine unabhängige Anlauf- oder Ombudsstelle für Eltern, Schüler und Lehrpersonen, die ausserhalb der Schulleitung und der Schulverwaltung angesiedelt ist? Wenn nein, weshalb nicht?
- Wie wird sichergestellt, dass betroffene Eltern oder Lehrpersonen im Konfliktfall nicht ausschliesslich auf interne Hierarchien (Klassenlehrperson, Schulleitung) verwiesen werden?
- In wie vielen Fällen wurden externe Fachstellen (z.B. Schulsozialarbeit, psychologische Dienste, Mediationsstellen oder kantonale Fachstellen) beigezogen, und nach welchen Kriterien erfolgt dieser Beizug?
- Wie beurteilt der Stadtrat die Wirksamkeit der bestehenden Massnahmen, und welche Evaluationen oder externen Überprüfungen wurden in den letzten fünf Jahren durchgeführt?
- Welche Rolle nimmt das Schulpräsidium konkret bei schwerwiegenden oder wiederkehrenden Mobbingfällen ein, und wie wird dessen Aufsichtspflicht wahrgenommen?
- Wie wird dokumentiert, ob Interventionen nachhaltig Wirkung zeigen, und wie wird verhindert, dass problematische Gruppierungen oder Machtstrukturen innerhalb von Klassen über längere Zeit bestehen bleiben?
- In welcher Form ist die Schule bereit eine Datenbasis zu schaffen, die es uns erlaubt - ähnlich dem Fluktuationsmonitoring - klare Schlüsse auf Alter, Klassenstufe, Geschlecht, und weiterer in den gängigen Statistik verwendeter Merkmale der problematischen Schülergruppen zu ziehen?
- Welche Schulungen erhalten Lehrpersonen und Schulleitungen in Bezug auf frühzeitige Erkennung von Mobbing, gruppendynamischen Fehlentwicklungen und kulturell bedingten Parallelstrukturen?
- Ist der Stadtrat bereit, die Schaffung einer unabhängigen Beschwerde- und Untersuchungsstelle für schulische Konfliktfälle zu prüfen, um Transparenz und Vertrauen gegenüber Eltern und Lehrpersonen zu stärken?
- Wie und in welcher Form werden Opfer von Mobbing oder mobbingähnlichen Formen über die von der Schule getätigten Massnahmen informiert und falls nicht, warum lässt man Opfer nicht wissen, was mit Tätern geschieht.
Besten Dank für die fristgerechte Beantwortung meiner Fragen.