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Stadt Kloten prüft Neuausrichtung des Projektes «Erweiterung und Umbau Pflegezentrum im Spitz»

17. September 2026
Die vertieften Abklärungen zum Projekt «Erweiterung und Umbau Pflegezentrum im Spitz» zeigen klar: Der Eingriff in den bestehenden Bau ist bedeutend grösser als bisher angenommen. Dies hat zur Folge, dass die Belastungen für die Bewohnenden während des Umbaus nicht zu verantworten sind und die Kosten deutlich aus dem Rahmen fallen würden.
Der Stadtrat beantragt dem Gemeinderat deshalb konsequent den Projektabbruch. Mit dem Erwerb des Grundstücks an der Dorfstrasse 43 eröffnet sich zugleich eine Chance für den Neubau des Pflegezentrums im Stadtzentrum: Eine zentrale, gut erreichbare Lösung, die der älteren Bevölkerung spürbare Vorteile bringt und das Projekt strategisch neu aufstellt.

Das Klotener Stimmvolk hat im November 2025 dem Projekt «Erweiterung und Umbau Pflegezentrum im Spitz» zugestimmt. Das Umbauvorhaben sieht vor, das Erdgeschoss umzubauen, das Gebäude um ein Stockwerk zu erhöhen und die technischen Anlagen zu erneuern. Mit dem Umbau sollte insbesondere eine Modernisierung umgesetzt und dem Bedürfnis nach Einzelzimmern Rechnung getragen werden. Zusätzliche Zimmer waren nicht Gegenstand der Vorlage. In der Grobplanung war ein Umbau in vier Etappen während 1,5 Jahren unter laufendem Betrieb vorgesehen.

Detailerarbeitung des Bauprojektes führt zu neuen Erkenntnissen

Mit dem «Ja» zur Vorlage an der Urne hat die Baukommission die Detailplanung des Bauprojektes in Auftrag gegeben. Bereits zum Zeitpunkt der Abstimmung war klar, dass das Bauen unter Betrieb eine grosse Herausforderung darstellt. Der Entscheid, dies anzustreben, basierte vor allem auf dem Wohlergehen der Bewohnenden. Einen Auszug aus dem Pflegezentrum, das Verlassen des gewohnten Umfelds, den Aufenthalt an einem anderen Ort und den anschliessenden Umzug zurück wollte der Stadtrat den Betroffenen unter allen Umständen ersparen.

Die vertieften Detailabklärungen der Architekten haben nun aber gezeigt, dass sich der bauliche Zustand des Gebäudes als anspruchsvoller erweist als aufgrund der bisherigen Abklärungen angenommen. Dadurch erhöhen sich die Aufwendungen für die statische Ertüchtigung und die nötigen Eingriffe in die bestehende Bausubstanz deutlich.

Dies hat sowohl negative Auswirkungen auf die Projektkosten als auch auf den Bauablauf. Das Projektteam sieht das Bauen unter laufendem Betrieb unter diesen erschwerten Voraussetzungen als nicht mehr realistisch und für die Bewohnerinnen und Bewohner als nicht mehr zumutbar. Dies gründet vor allem darin, dass mehr Stockwerke als ursprünglich geplant von Bauarbeiten betroffen wären. Die Umsetzung des Projektes unter diesen Rahmenbedingungen würde bedeuten, dass die Bewohner/innen ausziehen müssten. Dies würde einerseits zu bedeutend höheren Kosten führen und andererseits wäre dies ein zu starker Eingriff in das Leben und Wohlbefinden der betroffenen Personen.

Die Stadt Kloten hat eine Verantwortung gegenüber der älteren Bevölkerung und den Bewohner/innen des Pflegzentrums. Eine Umsetzung unter Betrieb wäre mit diesen Kenntnissen verantwortungslos und unzumutbar.

Stadträtin Sandra Eberhard
«Das Wohl unserer Bewohnerinnen und Bewohner steht an erster Stelle. Eine Umsetzung des Projektes unter den gegebenen Umständen ist für uns nicht verantwortbar.»
Sandra Eberhard, Stadträtin Politikfeld Alter

Neue Chancen lassen Stadtrat Neuausrichtung des Projektes prüfen

Kloten nimmt die demokratischen Prozesse und den Willen der Klotener Bevölkerung sehr ernst, sieht sich aber auch verpflichtet, bei neuen Erkenntnissen und Perspektiven Bestehendes zu hinterfragen und für die Bevölkerung die bestmögliche Lösung zu erzielen.

Mit dem Erwerb der Liegenschaft an der Dorfstrasse 43 im April 2026 kommt eine zum Zeitpunkt der Abstimmung noch nicht bekannte Möglichkeit ins Spiel, die grosses Potenzial aufweist. Das Grundstück würde nämlich ein neues Pflegezentrum und weitere damit zusammenhängende Dienstleistungen (Ärztehaus, günstige Alterswohnungen) an zentraler Lage ermöglichen. Bewohnerinnen und Bewohner könnten so von der Nähe zu Geschäften, Gastronomie, Dienstleistungen und öffentlichen Angeboten profitieren – mitten im Geschehen der Stadt. Nahegelegene Quartierparks, Grünflächen und Naherholungsräume würden Möglichkeiten für Spaziergänge, Begegnungen und Erholung bieten. Dies könnte zu einer bedeutend besseren Lösung führen.

Noch sind aber viele Fragen offen, die nun in einem nächsten Schritt geklärt werden müssen: Wie viel kostet ein neues Zentrum? Was passiert mit den Gebäuden des Pflegezentrums? Wo kann anstelle der Dorfstrasse 43 günstiger Wohnraum entstehen? Welche Ansprüche kann das Grundstück an der Dorfstrasse aufnehmen? Bis wann steht ein neues Angebot zur Verfügung? Welche kurzfristigen baulichen Massnahmen braucht es im heutigen Pflegezentrum für die nächsten Jahre?

Weiteres Vorgehen und politische Prozesse

Aufgrund der neuen Erkenntnisse aus der Baukommission und mit der neuen Chance, die sich durch den Erwerb des Grundstücks an der Dorfstrasse 43 ergibt, hat der Stadtrat beschlossen, dem Gemeinderat den Abbruch des aktuellen Bauprojekts zu beantragen. Stimmt der Gemeinderat dieser neuen Strategie zu, wird der Stadtrat die notwendigen Planungen rasch angehen. Wenn das neue Projekt überzeugt, wird wiederum die Stimmbevölkerung das letzte Wort haben.

Stadtpräsident Kurt Hottinger
«Der Projektabbruch schmerzt. Wir sehen am Standort an der Dorfstrasse 43 aber so viele Vorteile und Synergien, dass wir diesen Weg gehen müssen.»
Kurt Hottinger, Stadtpräsident

Der Stadtrat bedauert an dieser Stelle keine positiveren Entwicklungen kommunizieren zu können, sondern die Bevölkerung über die Neuausrichtung des Projektes informieren zu müssen. Nach eingehenden Überlegungen ist er sich aber sicher, dass dies aufgrund der aktuellen Kenntnisse im Bauprojekt und mit dem zum Abstimmungszeitpunkt noch nicht bekannten Kauf des zentral gelegenen Grundstücks an der Dorfstrasse die richtige Entscheidung ist.